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Volkstheater Hessen
Andreas Walther-Schroth

Als Sohn einer angesehenen Frankfurter Volksschauspieler-Familie führte sein Weg direkt auf die Bühne. Dabei wollte Andreas Walther-Schroth anfangs lieber Musiker werden und sträubte sich sogar, als Kind im Märchen mitzuwirken, wie er sich erinnert.

Er spielte stattdessen mit Begeisterung Gitarre, Klarinette und Saxophon, jobbte als Abiturient bereits in der Technik des Volkstheaters und übernahm dabei doch die eine oder andere kleine Rolle. Für ein Studium habe sein musikalisches Können nicht gereicht, sagt er, deshalb verlegte er sich auf Germanistik und Musikwissenschaft. Gleichzeitig stand er nun regelmäßig auf der Bühne des Kellertheaters und gründete schließlich eine eigene Theatergruppe für Kinder und Jugendliche. Die Musik ließ ihn aber nie los. So ließ er sich bei verschiedenen Lehrern in Hamburg, München, Mannheim und Frankfurt in Schauspiel und Gesang ausbilden. Die Verbindung des Spielens mit Tanz und Musik sei für seinen beruflichen Werdegang ein wichtiger Pfeiler gewesen, betont er. Sie eröffnete ihm auch die Möglichkeit, mit großen Namen wie Hans-Joachim Kulenkampff, Johannes Heesters, Hannelore Elsner, Lia Wöhr, Heinz Schenk und Liesel Christ zu arbeiten. Neben zahlreichen Theateraufführungen kamen schon bald erste Fernsehauftritte wie die ZDF-Produktion „Hessische Geschichten“ mit Günter Strack hinzu. In den 90er Jahren ging er auf Tourneen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Dabei entdeckte er sein Interesse an der Regiearbeit, die im Laufe der Jahre zu einem immer größeren Bestandteil seiner Arbeit wurde. Sein Repertoire reicht vom klassischen und experimentellen Theater über Kabarett bis hin zur Komödie, zum Musical und zur Operette. Derzeit bearbeitet er ein neues Stück für den Oberurseler Freilichtsommer. Für einige Stücke, etwa im Theater Spessartgrotte in Gemünden am Main, entwickelte er die musikalische Gestaltung und komponierte die Musik. Im Volkstheater Hessen, für das er seit der Gründung spielt, ist Andreas Walther-Schroth nun als schlitzohriger Schustergeselle zu sehen. Die Proben in familiärer Runde genoss er sehr, waren doch die beiden Kolleginnen einst seine Schauspielschülerinnen. Es wurde zugleich intensiv geprobt: „An dem Ausdruck „Ah ja, Meister“, den ich ständig wiederholen muss, sieht man gut, dass auch ein vermeintlich leichtes Volkstheater-Stück präzise erarbeitet werden muss“, erläutert er. So ein Satz müsse trotz der Wiederholung emotional glaubhaft sein.

Text von Sabine Börchers für das Volkstheater-Programmheft von „Der Anecker“.