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Volkstheater Hessen
Adolf Stoltze

Adolf Stoltze – Der populärste Frankfurter

Sein Mundart-Schwank „Alt-Frankfurt“ brachte Adolf Stoltze im Jahr 1887 den endgültigen Durchbruch als Bühnenautor und machte ihn in den 1920er Jahren nach einer Umfrage des hiesigen General-Anzeigers zum populärsten Frankfurter.

Bis heute ist es sein bekanntestes Stück geblieben, obwohl er als Bühnenschriftsteller sehr produktiv war. Schon als Junge wollte Adolf Stoltze für die Bühne schreiben und seinem berühmten Vater, dem Frankfurter Dichter und Verleger Friedrich Stoltze, nacheifern. Am 10. Juni 1842 in Mainz unehelich geboren, wuchs er zunächst bei seiner Mutter auf. Weil Maria Christina Rettings Vater, ein Buchbindermeister, das Liebesverhältnis mit dem Demokraten Stoltze nicht dulden wollte, hatte sie das Kind heimlich zur Welt bringen müssen. Nach ihrem Tod lebte Adolf Stoltze bei seiner Großmutter Anna Maria Stoltze in Frankfurt. Bevor er jedoch in die Fußstapfen seines Vater treten konnte, musste er eine Lehre als Uhrmacher absolvieren und sich zum Feinmechanikermeister ausbilden lassen. Weil seine ersten Dramen bei öffentlichen Vorlesungen aber gut ankamen, entschied er sich schließlich, als freier Schriftsteller zu arbeiten. Er gründete das „Erste Frankfurter Annoncenblatt“, das sich durch Inserate finanzierte, musste es auf behördliche Anordnung aber wieder einstellen. Ersten wirtschaftlichen Erfolg hatte er mit der satirischen Wochenzeitschrift „Die Schnaken“ ab 1872. Gleichzeitig schrieb er weiter Theaterstücke, von denen „Eine gute Partie“ im Jahre 1884 beim Publikum durchfiel. Erst „Alt-Frankfurt“ sorgte für den ersehnten Erfolg. Von da an schrieb er Stück um Stück, darunter Einakter wie „Meister – Heister“. Allein zwischen 1890 und 1928 entstanden 19 Theaterstücke wie etwa der Lokalschwank „Neu-Frankfurt“, der unter dem Titel „Rendezvous im Palmengarten“ heute noch Teil des gängigen Volkstheater-Repertoires ist. Neben den Mundartstücken verfasste Stoltze hochdeutsche Dramen, die in Theatern in Hamburg, Berlin, München und Wien gespielt wurden. Er arbeitete parallel weiterhin journalistisch, unter anderem für die Kleine Presse der Frankfurter Zeitung und später für den Frankfurter Rundfunk. Adolf Stoltze starb 90-jährig am 19. April 1933 und wurde unter großer Anteilnahme der Frankfurter Bevölkerung auf dem Hauptfriedhof in einem Ehrengrab beigesetzt.

Text von Sabine Börchers für das Volkstheater-Programmheft von Meister – Heister.